Foto von Herr A. in weißem Hemd

Erfolgsgeschichte von Herr A.

Erzählt und geschrieben von Christina Schwarzenbrunner (NIFA plus-Beraterin bei IRIS in Hohenlohe):

Ein Ziel vor Augen – der Weg in die Ausbildung

Als Herr A. im August 2022 nach Deutschland kam, brachte er mehr mit als nur einen Koffer. Hinter ihm lagen Jahre voller Veränderungen, Herausforderungen und beruflicher Erfahrungen in verschiedenen Ländern.
In Syrien hatte er die Schule besucht, anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Elektriker im Libanon. Dort verlegte er Kabel, installierte Schaltschränke und sammelte praktische Erfahrungen auf Baustellen. Später führte ihn sein Weg in die Türkei, wo er als Betriebselektriker Maschinen wartete und reparierte.

Mit der Ankunft in Deutschland begann ein neuer Abschnitt. Eine neue Sprache, neue Regeln und ein völlig anderer Arbeitsmarkt machten den Neustart anspruchsvoll. Trotz dieser Herausforderungen verlor Herr A. sein berufliches Ziel nie aus den Augen: Er wollte wieder im Bereich der Elektrik arbeiten und sich in Deutschland eine Zukunft aufbauen.

Zunächst stand das Erlernen der deutschen Sprache im Mittelpunkt. Mit viel Einsatz besuchte er Sprachkurse und arbeitete kontinuierlich daran, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Gleichzeitig suchte er nach Möglichkeiten, beruflich Fuß zu fassen. Eine Umschulungsmaßnahme zum Industrieelektriker brachte ihn seinem Ziel zwar näher, zeigte aber auch, dass eine Ausbildung langfristig die besseren Perspektiven eröffnen würde. Außerdem stellte er schnell fest, dass die sprachlichen Voraussetzungen mit seinem bis dato erreichten B1-Niveau für ihn nicht ausreichend erschienen. So entschied er, die Sprache auf ein höheres Niveau bringen zu wollen und sich einen Ausbildungsplatz zu suchen.

Gemeinsam mit NIFA plus begann diese Suche. Bewerbungsunterlagen wurden erstellt, Stellen recherchiert und zahlreiche Bewerbungen versendet. Dabei war schnell spürbar, wie wichtig Herrn A. diese Chance war. Jede Bewerbung bedeutete einen weiteren Schritt auf dem Weg zu seinem Ziel.
Dann kam die Einladung zu einem Assessment-Center eines gehobenen mittelständischen Unternehmens. Drei Stunden lang musste er sich verschiedenen Tests und Aufgaben stellen. Für viele Menschen ist eine solche Situation aufregend – für jemanden, der seinen beruflichen Weg in einer fremden Sprache neu beginnt, umso mehr. Gemeinsam wurde der Termin vorbereitet, typische Aufgaben wurden besprochen und mögliche Fragen durchgegangen. Der Einsatz hat sich gelohnt. Nach dem Assessment erhielt Herr A. die Nachricht, auf die er lange hingearbeitet hatte: Er bekam den Ausbildungsplatz.

Im September wird er seine Ausbildung zum Industrieelektriker beginnen.

Für Herrn A. ist dies weit mehr als nur ein Ausbildungsvertrag. Es ist die Bestätigung, dass sich Durchhaltevermögen, Lernbereitschaft und Mut auszahlen. Ein Satz, der für Herrn A. wichtig ist, und ihn immer motiviert hat, weiterzumachen: „Wer sich nicht anstrengt, hat kein Recht zu hoffen“

Sein Weg zeigt, dass mit Unterstützung, Engagement und einem klaren Ziel vor Augen neue Perspektiven entstehen können.

Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und wünschen Herrn A. einen gelungenen Start in die Ausbildung und alles Gute für seinen weiteren Weg.